Neulich beim Ahoi Club…

…in Aachen.

Es war einmal wieder an der Zeit in die Ferne, zumindest relativ betrachtet, zu schweifen und eine Party die ich bislang noch nicht besucht hatte zu erkunden. Am vergangenen Wochenende wurde der spontane Entschluss gefaßt, dem jeden zweiten Samstag im Monat stattfindenden Ahoi Club im Apollo Kino in Aachen einen Besuch abzustatten.
Urspünglich wollte ich mit Flash-G dort hin, aber Madame schwächelte etwas am Samstag, was wohl auch mit dem Start in die Karnevals Session am 11.11. in Köln zu tun hatte. Nun gut, zu meiner nicht unangenehmen Überraschung bot sich mir eine andere nette Begleitung in Form der besseren Hälfte von Flash-G, sprich Helldriver (oh ja, es wird wieder ein neuer Spitzname im Blog eingefügt), an.
Das Apollo Kino, welches wir gegen Mitternacht erreichten, liegt in der Aachener City umgeben von diversen Szeneläden in Form von Kneipen und Bistros, schon fast in einer Art Carré. Diese Läden machten übrigens durchaus einen ebenfalls einladenden Eindruck, davon abgesehen finde ich Aachen insgesamt sehr schön und kenne die Stadt von diversen früheren Besuchen.
Das Apollo Kino ist nomen est omen natürlich ein Kino und wird auch dementsprechend genutzt. Beim Ahoi Club wird allerdings der Eingang zu einem Saal zur Kasse für Jetons umfunktioniert, diese müssen zur Bezahlung verwendet werden (1 Jeton = 1 Euro). Ein etwas höher gelegener etwas kleinerer Kinosaal ist die Mainarea und zwischen Bistro-/Kneipenbereich im Souterrain und der weiter oben befindlichen Bar findet sich auf halber Höhe die kleinste der insgesamt zwei Areas die für die Party genutzt werden.

Helldriver und mir gefielen spontan die Dekorationen im Haus (siehe auch den zum Blog gehörenden Flickr-Stream), die Gestaltung der Räumlichkeiten insgesamt, sowie die Aufteilung in somit vier Bereiche (2x Areas für Musik und Tanz, 1x Bar, 1x Bistro/Kneipe). Der Aufgang zur Bar führt beispielsweise über eine Wendeltreppe nach oben, welche teilweise verglast ist und man auf die wiedrum ebenerdig gelegenen eben angesprochenen Bistros und Kneipen in der Nähe schauen kann. Alles in allem eine ansprechende Location, da waren wir uns einig.

Die Getränkepreise (auch die an einer Wand angeschlagenen Preise für Snacks und dergleichen während des Kinobetriebs) sind mehr als moderat, schon eher als günstig zu bezeichnen, egal ob Apfelschorle (ich war der Fahrer), Coke, Flaschenbier (es gibt sogar Kölsch! wie wir zu unserer Begeisterung bemerkten) oder Longdrinks à la Vodka/Red Bull, alles recht preiswert.
Man merkt halt, daß Aachen eine Studentenstadt ist und das Preisniveau dementsprechend. Das kann man von Münster und seinen Partys übrigens auch behaupten. Bei anderen Städten im Rheinland oder Ruhrgebiet die eine Uni beheimaten gilt das nicht zwangsläufig.

In der Mainarea wurden aktuelle Charts, Pop, Dance, ein wenig (Vocal) House und in den frühen Morgenstunden Klassiker der 90er Jahre gespielt. Das Musikprogramm war ganz ordentlich, das Mischen der Tracks ineinander vom DJ eher weniger gekonnt. Das wiederum machte der DJ der kleinen Area deutlich besser bzw. gut und dort lief dann eher R´n´B, Hip Hop, Black Music u. ä.. Diese Area war allerdings ein wenig düster, etwas mehr Beleuchtung hätte nicht geschadet, somit hatte diese dann ein wenig „Darkroom Touch“.
Klimaanlage wie in vielen Clubs eher Fehlanzeige, wahrscheinlich vorhanden, aber z. B. auf dem Mainfloor vollkommen wirklungslos, die Steigerung waren die obigen Toiletten auf denen subtropische Temperaturen herrschten.

Die Party war was die Gästezahlen anbelangt sehr gut besucht, trotzdem sieht Stimmung irgendwie anders aus, auch da waren wir beide uns einig. Aus dem Rheinland (damit sind primär Köln und Düsseldorf gemeint) und Ruhrgebiet sind wir doch anderes gewöhnt. Beim Tanzen kam die Party Crowd auch „nicht so recht aus dem Schuh“ im wörtlichen Sinne. In der Mainarea gibt es einen großen erhöhten Bereich, der von vielen eher als „Stehparty“ genutzt wurde. Daraufhin dachte ich mir, das kann ich deutlich besser und enterte das „Podium“ zu einem meiner momentanen Lieblingssongs und zeige den Gästen einmal wo der Hase lang läuft. Aus der Ferne betrachtet sagte mir später Helldriver, ich wäre mehr oder weniger der einzige gewesen der sich dort oben (da passen immerhin so ca. 15 Leute drauf) bewegt hätte. Auch Tanzen mit Voll- ich meine natürlich Körperkontakt ist nicht so die Stärke der dortigen Gäste.
Was ebenfalls auffallend war, man wird ständig angerempelt wenn die Leute in der zugegebenermaßen vollen Mainarea bei beengten Platzverhältnissen an einem vorbeigehen – kann passieren, aber entschuldigen, selbst wenn einem öfter einmal jemand auf den Fuß latscht, ist nicht drin. Höflichkeit ist dort ein absolutes Fremdwort. Generell wirkten einige Gäste auf mich und meine Begleitung eher ein wenig befremdlich, man könnte auch Spassbremsen dazu sagen.

Das hat uns natürlich nicht davon abgehalten für ausgelassene Stimmung zu sorgen, wir hatten auf jeden Fall Spass, denn das ist letztendlich immer das was man auf einer Party selbst daraus macht, die Gäste dieser Party trugen allerdings nicht dazu bei, geschweige denn waren daran beteiligt – was uns herzlich wenig ausmachte.

Wir sind auch recht lang dort geblieben und traten erst in den frühen Morgenstunden den Heimweg nach Köln an mit einem Abstecher in unsere Stammkneipe der Mumu.

Und was lernen wir daraus? Die Location ist prima, die Musik ganz ordentlich (von einigen Übergängen einmal abgesehen) die Gäste eher weniger (auch unter dem Aspekt unserer Rheinland und Ruhrgebiet verwöhnten Augen was eventuellen und kaum vorhandenen Eye Candy betrifft) und „Stimmungskanonen“ findet man dort so gut wie überhaupt nicht. Wir hatten einen netten Abend und sind um eine Erfahrung reicher.

Und immer daran denken, Spass ist das was man daraus macht.

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