Archiv für den Monat Juni 2012

Nach 100 Jahren ein Coming-out und schon gibt es Stress…

…womit keine natürliche Person gemeint ist.

Oreo Cookies

Die Rede ist hier vom amerikanischen Hersteller Nabisco welcher die überaus beliebten Oreo Kekse produziert und in diesem Jahr sein einhundertjähriges Bestehen feiert. Anläßlich des Pride Month im Juni und etlicher CSD Paraden in den Vereinigten Staaten postete der Hersteller auf seiner Facebook Page ein Foto von einem “mehrstöckigen” Oreo Keks mit verschiedenen Füllungen in Regenbogenfarben und ließ wissen das man die Pride Events sowie die Liebe allgemein unterstützt. Das geschah bereits am 25. Juni und dieser Post wurde in den Sozialen Netzwerken vielfach geteilt, egal ob auf persönlichen Profilen oder von Pages bei Facebook ebenso wie über Twitter, auch etliche Websites veröffentlichten diesen Post bzw. das Foto.

Die Freude war allerdings von kurzer Dauer und besagter Post wurde inzwischen von der Facebook Seite gelöscht da zwar dieses Statement (nicht nur) von der LGBT-Community erfreut aufgenommen wurde, aber diese Aktion auf einmal zum Boomerang für das Unternehmen zu werden drohte. Trotz einer Vielzahl von positiven Kommentaren auf der Seite, wo momentan von einigen Besuchern das Bedauern über die Löschung des Beitrages ausgedrückt wird, häuften sich die negativen Bemerkungen sowie abfälligen Äußerungen darüber. Teilweise waren auch klar homophobe Äußerungen zu lesen. Das ging in letzter Konsequenz so gar soweit, dass zum Boykott des Verzehrs der Kekse öffentlich aufgerufen wurde genauso wie des Unternehmens.

Ein Boykott der Produkte des Konzerns dürfte allerdings schwerfallen da Nabisco zum multinationalen Lebensmittelriesen Kraft Foods gehört, welcher weltweit das drittgrößte Unternehmen in dem Bereich nach Nestlé und Pepsico ist mit etlichen Tochtergesellschaften und Handelsmarken. Über diesen Fakt haben sich wohl die Aufrufer zum Boykott keine Gedanken gemacht.

Allerdings hat sich gegen die Boykottaufrufer auch recht schnell positiver Widerstand formiert und es wurde eine “offizielle” Petition ins Leben gerufen damit Nabisco tatsächlich den regenbogenfarbenen Cookie produziert.

Traurig das sich im Jahr 2012 noch so viele Menschen über so etwas ungerechtfertigter Weise ebenso in der Form aufregen können und sich zu solchen Aufrufen bemüßigt fühlen. Das Gute daran ist allerdings das dies nicht unwidersprochen blieb und nicht nur im Netz, sondern auch in den anderen Medien für ein dementsprechendes Echo sorgte was dafür Unverständnis zeigt sowie das nicht unkommentiert hinnimmt.

In dem Sinne, eßt mehr Oreo Kekse denn die schmecken lecker! :-)

Eine Gay House Party wird gefeiert…

…zum Song “Call me maybe” von Carly Rae Jepsen.

Nach dem sich schon Abercrombie & Fitch mit seinen Models von dem Lied hat inspirieren lassen und ich mich ebenfalls, durch meinen Post in dem das Video zu sehen ist welcher auch in gewisser Weise einer bestimmten Person von mir gewidmet wurde wie man an den Kommentaren in den Lyrics ersehen kann, tat dies jetzt auch eine Gruppe von schwul-lesbischen Jugendlichen. Wie man sehen kann haben alle Beteiligten viel Spass und darauf kommt es letztendlich an:

In dem Sinne, so call me maybe?

P.S.: Ich warte übrigens immer noch auf den Anruf!

Der World Pride 2012 in London droht zu einem Desaster zu werden…

…und wird seinem Namen in keinster Weise gerecht.

In diesem Jahr findet nicht nur erstmalig der World Pride in London statt, sondern gleichzeitig feiert die europäische Metropole den 40. Jahrestag der ersten schwul-lesbischen Parade überhaupt welche in der Hauptstadt am 1. Juli 1972 durch die Strassen zog. Diese groß geplante Veranstaltung droht nach jetzigem Stand zu einer peinlichen Vorstellung zu werden da etliche Events gestrichen wurden, wie bespielsweise alles was im homosexuellen Epizentrum von London im Stadtteil Soho stattfinden sollte. Das Veranstaltungsprogramm rund um den Trafalgar Square bleibt zwar bestehen, jedoch nur in abgespeckter Form. Die Parade hingegen muss ohne Trucks und weitere Fahrzeuge auskommen und wird eher einem Umzug gleichen. Es wird aus der Not eine Tugend gemacht und alle beteiligten Organisationen sind in einer gemeinsamen Sitzung übereingekommen lieber eine bezahlbare Veranstaltung durchzuführen bei der die Sicherheit gewährleistet werden könne als anders herum, weshalb die Losung herausgegeben wurde “man müsse wieder zurück zu den Wurzeln der Londoner CSD-Paraden kehren”. Die Parade wurde im selben Atemzug auch noch um zwei Stunden vorverlegt.

Die Schuld an dem Trauerspiel schieben die Veranstalter den Medien zu mit ihrer falschen und ungenauen Berichterstattungen zum Beispiel zu den Schulden des Veranstalters aus dem Vorjahr. Ausserdem wird eine Mitschuld verschiedenen LGBT-Organisationen angelastet da diese nicht bereit gewesen wären sich an den Kosten zu beteiligen und das bei einem Event was letztendlich der gesamten Community und dabei kostenlos zu Gute kommen würde und diese Organisationen unter dem Strich auch noch davon profitieren. Insgesamt scheint die gesamte Finanzierung dieses Großevents auf wackeligen Beinen gestanden zu haben und damit wäre es nicht das erste seiner Art denn andere europäische Städte können aus der Vergangenheit auch ein Lied vom Leid mit der Finanzierung singen.

Heute hat sich dann auch der bekannte britische Menschenrechtsaktivist, sowie einer der maßgeblichen Aktivisten der englischen Schwulen- und Lesbenbewegung, Peter Tatchell auf der Website seiner von ihm gegründeten Stiftung öffentlich in einem langen Statement zu Wort gemeldet (welcher übrigens die erste Parade vor 40 Jahren mitorganisiert hat):

Die plötzliche, drastische Einschränkung der World Pride Parade, der Rallye- und Straßenfeste ist ein schwerer Schlag für London und seine homosexuelle Gemeinschaft. Das versprochene Spektakel dürfte sich zu einem chaotischen Rohrkrepierer entwickeln. Besuchern aus ganz Großbritannien und der Welt wird die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben stehen. Es wird ein großer Schaden an Londons Ruf nur drei Wochen vor den Olympischen Spielen angerichtet.

Des Weiteren beklagt er im Detail die Vorverlegung der Parade um zwei Stunden sowie die Restriktionen wie bespielsweise das Verbot der Floats, die Verkürzung der Abschlusskundgebung und weitere Einzelheiten welche im Vorfeld anders geplant waren und in der jetzigen Form sogar zu einem Chaos in der belebten Metropole führen könnten:

Die Änderung der Startzeit der Parade ist ein riesiges Glücksspiel durch den Bürgermeister, die Polizei und die Stadtverwaltung von Westminster. Der geplante, geordnete Umzug könnte sich auch zu einem Chaos entwickeln bei dem in einem großen Teil der Londoner Innenstadt riesige Menschenmassen festgesetzt werden und planlos umherirren.

Was das Verbot der Floats (Trucks) angeht führt Peter Tatchell weiterhin aus:

Das Verbot der Floats in der Parade ist ein großer Schlag gegen die LGBT-Wohltätigkeitsorganisationen, die viele Tausende von Pfund für diese sowie deren Dekoration und Ausstattung ausgegeben haben. Sie verlieren eine große Chance ihr Profil zu schärfen und ihre Arbeit öffentlich sichtbar zu machen.

In letzter Konsequenz kommt er zu dem Schluss:

Die Aktionen der Behörden werden sich zu einem PR-Desaster entwickeln für ein eigentlich positives Ereignis für die Stadt London. Unzählige Menschen werden das Gefühl haben im Stich gelassen worden zu sein und wütend werden.

Ungeachtet seiner berechtigten Kritikpunkte ist da natürlich ebenfalls der Aspekt der auf wackeligen Beinen stehenden Finanzierung dieser Veranstaltung, was ebenfalls kein gutes Licht auf die Veranstalter des Ganzen wirft. Fairerweise sollte allerdings an dieser Stelle wie weiter oben schon angesprochen nicht verschwiegen werden, dass leidvolle Erfahrungen mit der Finanzierung von schwul-lesbischen Großveranstaltungen schon einige europäische Länder bzw. Städte gesammelt haben. Somit drängt sich dann doch die Frage auf warum das sich oftmals auch woanders zum finanziellen Desaster entwickelt solche Events für die LGBT-Community zu stemmen. Sind die Erwartungen im Vorfeld zu groß? Muss es immer “größer, höher, weiter, schneller” sein? Sind es die Reibungsverluste und unterschiedlichen Vorstellungen der beteiligten Organisationen sowie Veranstalter? Die Gegenfrage wäre ob das bei “hetersexuellen” Großveranstaltungen besser funktioniert, was sich zwar nicht generalisieren läßt aber anscheinend öfter der Fall ist.

Interessant ist allerdings in dem Zusammenhang wenn man einmal über den grossen Teich sprich nach Amerika blickt, dort glaubt nach aktuellen Studien die Mehrheit der Bevölkerung das der Anteil von Lesben und Schwulen an der Gesamtbevölkerung bei 30 bis 35 Prozent liegt, obwohl das nicht den Tatsachen entspricht was andere Studien wiederum belegen. Daraus kann man aber zumindest eine Sache ableiten, diese Einschätzung ist das Ergebnis der guten Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit der bekannten schwul-lesbischen Organisationen jeglicher Art was zu dieser erhöhten Wahrnehmung in der allgemeinen Öffentlichkeit führt und sich mittel- bis langfristig in positive Resultate, sicherlich auch im Bereich von Events und Großveranstaltungen, umsetzen läßt. Vielleicht könnte man in Europa für die Zukunft etwas davon lernen.

In dem Sinne…

Fünf Samstage aber noch viel mehr Gründe zum Feiern…

…bietet dieser Monat und das kommende Wochenende Schwulen, Lesben, Freunden und allen anderen auch.

Freitag 29.06.2012

  • “Friday Night Live” im Clip Cologne in Köln ab 21 h
  • “30 Karat” im Café Franck in Köln ab 22 h: Heute als WomenPride-Special im Rahmen des ColognePride.
  • “Backstage Diaries” im Artheater in Köln ab 23 h
  • “Free Friday” im CK Studio in Frankfurt ab 23 h
  • “Friday Night” im Kings Club in Stuttgart ab 22 h
  • “Catch” im NV-Club in München ab 22 h
  • “Splash” am Nektar Beach in München ab 22 h

Samstag 30.06.2012

  • “CSD Bielefeld-Party” im Forum Bielefeld ab 23 h
  • “Zarah und Leander” im Bahnhof Langendreer in Bochum ab 22 h
  • “Ruhr-in-Love” im OlgaPark (Nähe CentrO.) in Oberhausen ab 12 h: Mittlerweile feiert diese “Variante der Mayday” als Outdoor-Party ihr 10-jähriges Jubiläum. Mehr Infos hier!
  • “Veedelsfest” im schwul-lesbischen “Bermuda-Dreieck” (Schaafenstr./Mauritiuswall) in Köln ab 15 h
  • “Crazy Saturday” im Clip Cologne in Köln ab 21 h
  • “Dance Up” im Bürgerzentrum Ehrenfeld in Köln ab 21 h: Party für die Mädels.
  • “Flashdance – Ladies & Gents Edition” in der Blue Lounge in Köln ab 21 h: Der Ableger der “Flashdance”-Partyreihe (welche immer am ersten Samstag im Monat im Zeughaus24 stattfindet) als weitere Partyreihe für die Mädels und Freunde in dieser Location.
  • “Kisses & Lies” im Déjà Vu Club in Köln ab 22 h: CSD Warm-Up Party für die Mädels and Friends.
  • “Gaycademy” im Venue in Köln ab 23 h
  • “Posh” im Kumiklub in Mainz ab 22 h: Opening einer neuen Partyreihe für Schwule, Lesben und Freunde.
  • “Another Level” im CK Studio in Frankfurt ab 23 h
  • “Himbeerparty” in der Alten Feuerwache in Mannheim ab 22 h
  • “In the Kings Club” im Kings Club in Stuttgart ab 22 h
  • “Sweat” im Proton in Stuttgart ab 22 h: Grosses Opening einer neuen Partyreihe in einer der größten Locations vor Ort, weitere Infos und ein Video zu dem Event hier!

Sonntag 01.07.2012

  • “Veedelsfest” im schwul-lesbischen “Bermuda-Dreieck” (Schaafenstr./Mauritiuswall) in Köln

Und sonst?

  • CSD Bielefeld am Samstag 30.06.
  • World Pride in London (England) ab Samstag 23.06. bis 08.07.
  • CSD Paris (Marche des fiertés LGBT’) am Samstag 30.06.
  • CSD Helsinki ab Freitag 29.06. bis 01.07.
  • Gay Pride Madrid ab Freitag 29.06. bis 01.07.
  • Gay Pride Toronto (Kanada) ab Freitag 22.06. bis 01.07.
  • EuroGames 2012 in Budapest von Mittwoch 27.06. bis 01.07.

Hinweis: Alle Party-Termine, Events etc. sowie die Partys der Kneipen/Bars finden sich in der Gesamtübersicht (siehe auch den Tab oben im Blog “Eventkalender“)

In dem Sinne, Euch allen ein schönes Wochenende und uns allen viel Sonne.

Wie war der CSD in der Hauptstadt…

…am vergangenen Wochenende?

Am letzten Wochenende fand der CSD in Berlin statt mit zwei Paraden. Einmal die große Parade mit rund 700.000 Teilnehmern, Zuschauern und Besuchern auf einer neuen Route durch die Stadt als in den Vorjahren ebenso wie der Transgeniale CSD, welcher gleichzeitig sein 15-jähriges Jubiläum feierte, mit ca. 3.000 Menschen.

Hier ein ausführliches Video mit Eindrücken vom Rand der Paradestrecke:

Ganz persönliche Eindrücke in seinem Vlog gibt der durch seine DSDS-Parodien bekannte YouTuber Darkvictory zum Besten, denn er war ebenfalls bei der Parade mit dabei auf dem Wagen der “Propaganda”-Partyreihe  (jeden 2. Samstag im Monat im Goya), welche ich auch schon besucht habe.

In dem Sinne, der nächste grosse CSD steht in Köln unmittelbar bevor bzw. dessen Parade.

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