Blog-Archive
Beim ersten Date sind auch viele Schwule und Lesben vor Pannen nicht sicher…
…denn selbstverständlich kann man/frau auch schnell ins Fettnäpfchen treten.
Das vom Schwulen Netzwerk e. V. geförderte Medienprojekt queerblick e. V., welches insbesondere für schwule, lesbische, bisexuelle und transidente Jugendliche gedacht ist, hat dazu zwei Clips produziert. In den beiden Clips, einmal für die Jungs und einmal für die Mädels, werden die Top 10 der No-Go´s beim ersten Date für Schwule und Lesben dargestellt. Selbstverständlich ist das Ganze als Stilmittel ein wenig überzeichnet, allerdings liegt wie so oft mehr als ein Funke Wahrheit darin.
10 Dinge beim schwulen Date:
10 Dinge beim lesbischen Date:
In dem Sinne, aller Anfang ist schwer, zumindest oftmals.
P.S.: Auch wenn es sich nicht unbedingt um das “erste Date” handelt sind einige Dinge durchaus auch bei weiteren Dates, wenn man wirkliches Interesse an der anderen Person hat, teilweise auch in freundschaftlichem Umgang, nicht unbedingt ständig angebracht wenn man/frau den oder die andere (wert)schätzt und wichtig(er) ist.
Protest mit anderen Mitteln…
…könnte man dazu sagen.
In der letzten Woche gab Madonna im Rahmen ihrer MDNA-Tour ein Konzert in St. Petersburg in Russland. Schon im Vorfeld kündigte sie an sich im Rahmen ihrer Show zur aktuellen Lage von Schwulen und Lesben zu äußern, sowie insbesondere zur aktuellen Gesetzeslage seit dem Inkrafttreten des Gesetzes gegen “Homo-Propaganda”. Schon im Frühjahr als die Sängerin dieses Vorhaben ankündigte wurde sie davor gewarnt dies zu tun, da dies Konsequenzen nach sich ziehen könnte, was sie allerdings letzte Woche nicht davon abhielt wie man in dem Video von ihrer Ansprache sieht:
In dem Sinne, no fear!
Die gleichen Rechte bleiben Schwulen und Lesben…
…im Eherecht in den allermeisten Ländern verwehrt.
Das trifft auch auf die europäischen Nachbarn in Italien zu. Aus dem Grunde haben sich einige Bürger und Bürgerinnen als Projekt mit Namen “Condividilove” zusammengetan und in Eigenregie ein wirklich sehenswertes Video produziert um auf diese Ungleichbehandlung aufmerksam zu machen.
Das Video ist mehrsprachig untertitelt und um auswählen zu können muß die Steuerung im Videoplayer unter CC aktiviert werden.
In dem Sinne, gleiche Pflichten aber auch gleiche Rechte für alle!
Ja, ich will! – ColognePride 2012…
…was das diesjährige Motto ist:
Samstag 07.07.2012
- ColognePride Strassenfest ab 11 h auf dem Heumarkt, Alter Markt und Vorplatz vom Gürzenich
- ColognePride im Bermudadreieck ab 19 h: Bars, Cafés und Kneipen auf der Schaafenstrasse, Mauritiuswall und Am Rinkenpfuhl
- “CSD Glamorous” in der Blue Lounge ab 21 h: Für Mädels and Friends.
- “Womenpleasure CSD-Special” im Bürgerhaus Stollwerck ab 21 h: Grosses CSD-Special der Mädelspartyreihe.
- “Pop Sofa Club – Womenpride Edition” in der Kunstbar ab 21 h: CSD-Special der Partyreihe für die Mädels (and Friends).
- “ColognePride – Kerzenlichter gegen das Vergessen” auf dem Heumarkt: Veranstaltung zum Gedenken an all diejenigen welche an Aids mittlerweile verstorben sind.
- “Rudeboy meets LABs” im Touch Club (Ex-Neuschwanstein) ab 22 h: Die offizielle Pride Circuit Main Party.
- “Closer2Heaven – CSD Special” im Gloria Theater ab 22 h: In wechselnden Locations Zuhause heute mit einem Special im Gloria.
- “Crazy Saturday” im Clip Cologne ab 22 h: Heute eine Stunde später als gewohnt.
- “Poptastic ColognePride Special” im Venue ab 22 h: Heute mit Live Act Le Kid aus Schweden und eine Stunde früherer Beginn als sonst.
- “Venus Pride Circus – CSD Special Party” im Club Bahnhof Ehrenfeld ab 22 h
- “We are Sexy – CSD Cologne Main Party” in den Sartory Sälen ab 22 h: Die grosse Mainparty des ColognePride! Mehr Party geht nicht!
- “Flashdance CSD Special” im Zeughaus24 ab 22 h: Seit Jahren ein Partyklassiker in Köln an jedem ersten Samstag im Monat und heute mit CSD Special.
- “Cock-Pit – CSD Pride Edition” im Alten Wartesaal ab 22 h: Heute feiert diese Ausgabe der Partyreihe für die “harten Jungs und Männer” ihr 10-jähriges Jubiläum.
- “Les Vegas Clubtour Premiere Party” im Club e-feld ab 22.30 h: Party für die Mädels und ihre schwulen Freunde.
- “HomOriental – CSD Special” in der 7 Tubes Lounge ab 23 h: Eine Party wie aus 1001 Nacht sozusagen, heute anstatt wie gewöhnlich am 4. Samstag im Monat im Venue ein Zusatztermin mit einem CSD Special in anderer Location.
In dem Sinne, wollt Ihr auch?!
Die gemeinsame Sache von Lesben und Schwulen…
…ist auch die gemeinsame Sache aller Menschen.
“Laufend Erinnern” an die Geschichte Homosexueller. Ein Gastbeitrag mit freundlicher Genehmigung von “Mein Köln – Das Blog“.
Zum Abschluss der ersten ColognePride-Woche wurde am vergangenen Sonntag in der Südstadt bereits zum fünften Mal an die homosexuelle Geschichte der Stadt erinnert: 50 Interessierte kamen zu “Laufend Erinnern”.
Bereits zum fünften Mal präsentierten ColognePride, Centrum Schwule Geschichte (CGS) und Frauengeschichtsverein einen Stadtrundgang durch Kölns lesbisch- schwule Historie. In diesem Jahr wurden gleich fünf bedeutende Orte im Severinsviertel besucht.
1. Das Schwulen- und Lesben-Zentrum “Schulz”
Im Jahr 1994 wurde das Schulz als zweitgrößtes Schwulenzentrum Europas eröffnet (nur eines in Amsterdam war noch größer). Anfangs gab es noch zahlreiche Beschwerden von Anwohnern wegen Lärmbelästigung und auch die genaue Nutzung der Räumlichkeiten war längst nicht geklärt. Mitte der 90er gab es immer wieder Probleme zwischen Schwulen und Lesben, da die Frauen teilweise Gewalterfahrungen hatten und gegen Bilder von “geknebelten Schwänzen”, die “in größtmöglichem Format” an den Wänden hingen opponierten. Als dann Bilder der Lesben-Fotogruppe aufgehängt wurden, waren die Reaktionen der Männer etwa diese: “Diese Bilder sind männerfeindlich”, “ich werde impotent” oder “wo sind die Männerärsche”. Das Zentrum verteilte sich auf rund 900 Quadratmeter Nutzfläche, die mit 20.000 D- Mark Miete im Monat von 30 Gruppen getragen wurden.
Auf dieser Fläche gab es einen Café-Bereich, einen Tanzsaal, Gruppenräume und die “Katakombe” als Partyraum. Sein Ende fand das Zentrum aus verschiedenen Gründen:
1. aus ökonomischen Gründen
2. fanden sich immer weniger Ehrenamtler.
Außerdem gab es irgendwann keinen Bedarf mehr für solche Zentren. 2004 musste es endgültig geschlossen werden. Heute gibt es in Köln kein Schwulenzentrum mehr.
2. Das Leben Johann Baptist Welschs, “Tilla”
Der 1888 geborene Johann Batist Welsch wurde in seiner Szene nur “Tilla” – sein Künstlername – genannt. Unweit des Chlodwigplatzes lebte Tilla viele Jahre lang in der Schnurgasse. Tilla war im Kölner Lokal “Dornröschen” sehr bekannt, wo er bzw. sie oft in Damenkleidern singend auftrat. In einer kölnischen Zeitung wurde einer Tillas Auftritt sinngemäß so beschrieben: Ein großer schwerer Mann, der in Damenkleidern derbe Couplets vorträgt, man könnte an etwas so Ordinärem kaum gefallen finden; im Anschluss finden sich die Paare Mann zu Mann und Mädel zu Mädel.
Zwar trat Tilla in mehreren Lokalen auf, aber auch diese Berühmtheit schützte ihn nicht vor dem Nazi-Regime und so kam er wegen widernatürlicher Unzucht vor Gericht. Ab 1940 ist er unter dem Vorwurf der Päderastie nicht mehr freigekommen. Am 02. März 1943 starb Johann Batist Welsch im Konzentrationslager Mauthausen in Österreich – dorthin wurden besonders viele Homosexuelle verschleppt.
Der Stolperstein (der dritte Stolperstein für ein homosexuelles Nazi-Opfer) wurde erst im letzten Jahr eingesetzt, da die Nachfrage sehr hoch ist und die konkreten Lebensdaten fehlten.
3. Die ehemalige Lesbenbar Chapeau Claque
Dies ist ein “aufgegebener Ort” – so begann der Vortag über die Bar: Das Lesbenlokal Chapeau Claque. Bei dem Lied “Warum müssen Frauen einsam sein” sollen sich die Besitzerinnen des Lokals, Jutta und Renate, kennengelernt haben. Jutta arbeitete zuvor in einer anderen Kneipe, in der die Frauen in einem Separee für sich waren. So war es eine Anlaufstelle für Jederfrau: Für Paare, die noch jemanden für einen Dreier brauchten ebenso wie für “halbseidene Menschen”. Es gab dort extra einen Raum mit Matratzen, weil sich zu dieser Zeit viele Frauen noch nicht treffen durften und sich nicht begegnen konnten – im Untergeschosse konnte sich heimlich vergnügt werden. “Lesbenkneipe” war noch ein undenkbarer Begriff und daher bezeichnete sich das Lokal schlicht als “Damenbar”. Das Chapeau Claque wurde einmal besucht und entweder blieben die Frauen für immer dort oder sie kamen nie mehr wieder. Es gab Dramen von Eifersucht und Verlassenheit. Aber “man konnte dort nette ältere Frauen kennen und auch dicke KVs [= Kesser Vater, auch "Butchs" (eher männlicher Typ) genannt; KVs <> Femmes (eher weiblicher Typ)]“. Die Frauen dort hatten immer Namenszusätze wie “Pistolen-Susi” und “Ed Karmen”. Ed Karmen konnte die Herzen der Frauen reihenweise brechen und mit Blick in den Kalender aussortieren: “Nein, Michaela hat heute ihre Tage.” Nach 20 Jahren war dann Schluss für das Chapeau Claque.
4. Das Historische Archiv der Stadt Köln
Es wurde erinnert. Erinnert an den Tag da zwei junge Menschen ihr Leben in den Trümmern des Archivs verloren und erinnert an schwules Leben im Mittelalter, wobei es die Bezeichnung “homosexuell” damals noch gar nicht gab – lediglich: sexuell abweichendes Verhalten”. Im Archiv fand sich ein Fall aus dem Jahre 1486: Homosexualität war die “stumme, unaussprechliche Sünde”, denn niemand wollte oder konnte über diese Thematik sprechen. Die Geschichte beginnt an St. Aposteln: Ein Sterbender beichtet dem Pfarrer, dass er Unzucht mit einem Mann getrieben habe, woraufhin der Pfarrer nach dem Tod des Mannes das Beichtgeheimnis bricht und alles bekannt gibt. Auch andere Pfarrer berichteten dann von solchen Vorfällen – interessanterweise in Bezirken, wo auch heute noch schwules Leben stattfindet. Der Rat der Stadt Köln berief eine Untersuchungskommission ein, man debattierte kreuz und quer und hatte die Befürchtung, dass man so auch andere Männer auf dumme Gedanken bringen könnte. Es meldeten sich zwei Jungen, die von einem Ratsherren bedrängt worden waren, ihm zu Willen zu sein. Der Ratsherr selbst blieb unbestraft; in der Akte wurde der Name durchgestrichen und später neu eingetragen. Bevor die Untersuchung zu einem Ende kam, verstarb der beschuldigte Ratsherr. Es ist die einzige belegte Geschichte von Sodomiterei im Mittelalter.
Amalie Lauer war Politikerin der Deutschen Zentrumspartei (heute CDU). 1882 in Hessen geboren absolvierte sie eine hohe Schulausbildung, promovierte in Rechtswissenschaften und wurde die erste Berufsschullehrerin. 1916 bot Konrad Adenauer ihr an, die städtische Wohlfahrtschule (vergleichbar mit der heutigen Fachhochschule für Sozialarbeit) zu leiten; dies tat sie dann bis 1932 und unterrichtete viele Studentinnen. Ihr Nachlass ist, was das Privatleben angeht, komplett gesäubert und beinhaltet nur Informationen über ihre Kampagnen und Reden vor dem Bundestag. Dennoch weiß man: Amelie Lauer lebte viele Jahre lang mit der Juristin Dr. Grete Esch zusammen, die als Freundin sogar in einer Todesanzeige von 1950 erwähnt wird. Die Politikerin lebte sehr konservativ und beteiligte sich am “Gesetz gegen Schmutz und Schund”, welches alles Anzügliche verbot (in Schwimmbädern sollte sogar nach Geschlecht getrennt gebadet werden). Nach dem Krieg zog sie wegen der Pflege der Mutter der Juristin nicht zusammen mit ihrer Freundin nach Köln zurück – allerdings in die direkte Nachbarschaft der Frau.
5. Die Herrentoilette “Klappe”
Die öffentliche Herrentoilette am Waidmarkt, im Szenejargon “Klappe” genannt, war die letzte von fünf Station auf dem Stadtrundgang. 1966 trug sich dort eine denkwürdige Personalienfeststellung zu. Vor den Donnerstagsfeiertagen im Juni war die Toilette entgegen der üblichen Gepflogenheiten nicht abgeschlossen: Männer gingen ein und aus und die Polizei (damals war das Präsidium noch am Waidmarkt) schickte mehrere Beamte zur Kontrolle. Das Licht war aus, die Polizisten sollten die Personalien feststellen und einer der Anwesenden Herren wollte eine bevorzugte Behandlung haben. Alle Anwesenden mussten mit ins Präsidium und man stellte fest, dass dieser wedelnde Herr der damalige Regierungspräsident Franz Grobben war; ihn erwischte man zwar nicht in flagranti, zu einem Rücktritt kam es aber dennoch.
Über die beiden Vereine:
Der Frauengeschichtsverein
Irene Franken hat während ihres Studiums nur eine Frau kennengelernt und konnte nicht glauben, dass Frauen über die Jahrtausende so wenig Bedeutung hatten. Daraufhin begab sie sich auf die Suche nach Frauen in der lokalen Geschichte und veröffentlichte darüber Artikel in der Zeitung. Eine Leserin brachte sie auf die Idee, daraus eine Stadtführung zu machen.
Umso schwieriger war es lesbische Geschichte zu finden, denn es gab keinen allgemeingültigen Begriff. Mittlerweile gibt es zwei Lesben-Rundgänge.
Das Centrum Schwule Geschichte
Seit 1984 existiert das aus der Motivation Zeugnisse älterer schwuler Männer zu erhalten heraus gegründete Forschungszentrum. Verfolgungsakten wurden studiert und Interviews mit Männer, die um die Jahrhundertwende geboren wurden, geführt. Das Schulz-Archiv und das Forschungszentrum wurden zum CSG zusammengelegt und sitzt nun in Köln-Kalk. Im Laufe der Jahre erschienen Publikationen und es wurden Stadtführungen zusammengestellt.













