Archiv der Kategorie: Zitat

Gegen die Flammen der Intoleranz…

…lautete das Motto des diesjährigen Life Ball 2012 in Wien.

Am letzten Samstag feierte der Life Ball in Wien sein 20-jähriges Jubiläum und fuhr einen neuen Rekord in Höhe von 2,1 Mio. Euro an Spendengeldern ein. Der Life Ball ist das weltweit größte Charity Event seiner Art zu Gunsten des Kampfes gegen HIV und Aids. An dieser Stelle möchte ich einen Auszug aus der Eröffnungsrede des Life Ball zitieren:

Geld ist nur ein Mittel zum Zweck und wenn der Zweck ein guter ist, dann ist jedes Mittel recht und Herz, Herz hat nur der Mensch. Und Menschen mit Herz und Geld können soviel Gutes tun für das Leben und darum geht es doch, um das Leben.

Wie gigantisch dieses Event eigentlich ist kann man sich nur vor Augen führen durch das Anschauen des Videos, das betrifft nicht nur die Größe sondern auch den Aufwand der betrieben wird in jeglicher Hinsicht, den Besuch von Prominenten aus aller Welt sei es aus Politik, Showbiz und Wirtschaft, die Location, Kostüme und vieles mehr. Das Video geht zwar rund eine Viertelstunde, ist allerdings sehenswert und birgt im Verlauf die eine oder andere angenehme Überraschung:

Die bekannte Schauspielerin und auch Modelabelbesitzerin Milla Jovovich hielt nicht nur ebenfalls eine Rede für die  American Foundation for AIDS Research (amfAR) sondern hatte auch einen Musikauftritt mit ihrem Song “Electric Sky”:

In dem Sinne, stellt Euch gegen die Flammen der Intoleranz und das jeden Tag.

Frohes Neues Jahr…

…Euch allen und Willkommen im Jahr des Drachen laut chinesischem Horoskop.

Allen Lesern, Besuchern, Freunden, Bekannten, Symphatisanten dieses Blogs und Menschen die mich kennen wünsche ich von Herzen ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2012. Ausserdem möget Ihr viel Liebe empfangen und auch geben, sowie sich Eure Träume, Wünsche und Hoffnungen erfüllen. Eine Sache hätte ich da noch die ich Euch ans Herz legen möchte:

Vom Leben

Was wir brauchen,
um glücklich zu leben,
ist wenig.

Aber wir steigern
die Bedingungen für Glück
ins Endlose
und beklagen unser Unglück.

- Kristiane Allert-Wybranietz

Ich wünsche Euch ebenfalls ein wenig Bescheidenheit.

In dem Sinne…

Wo ist der Beweis das man sich bewußt entscheidet schwul zu sein…

…diese Frage wird in einem offenen Brief gestellt.

Dan Savage welcher die It Gets Better Kampagne ins Leben gerufen hat fordert in einem offenen Brief den republikanischen Präsidentschaftkandidaten (Anmerk.: In 2012 sind die Wahlen in den USA.) Herman Cain heraus welcher in einer Sendung mit Piers Morgan (dieser moderiert die Nachfolgesendung von “Larry King Live“, eine der populärsten Talkshows in den Staaten) bei CNN im Laufe der Woche gesagt hat:”Ich denke aufgrund meiner Bibeltreue das es (Anmerk.: Homosexualität) eine Sünde ist und obwohl einige Leute mir nicht zustimmen komme ich zu der Überzeugung es ist eine Wahl.”

In seinem Blog entgegnet Dan Savage dieser Aussage in einem offenen Brief:

Lieber Herman,

wenn Homosexualität eine Wahl ist zeige uns den Beweis. Entscheide dich dafür, entscheide dich schwul zu sein. Zeige Amerika wie man das macht Herman, zeige uns wie sich ein Mann dazu entscheiden kann schwul zu sein. Blas meinen Schwanz, Herman. Bestimme den Ort und die Zeit und ich bringe meinen Schwanz und ein Kamerateam mit und Du kannst mich aussaugen und mit deinem Argument gewinnen.

Hochachtungsvoll

Dan Savage

Aber er legt in seinem Post noch nach: “Wenn jemand argumentiert das Homosexualität eine Wahl ist beleidigt er nicht nur schwule Männer (und ignoriert die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die sexuelle Orientierung), sondern er beleidigt ebenso heterosexuelle Menschen. Wenn Homosexualität eine Wahl wäre, würde das auch für Heterosexualität gelten.”
Diese Äußerung bezieht sich darauf, daß Herman Cain in der CNN-Sendung sagte, er glaube das Heterosexualität etwas wäre was ein Heterosexueller entscheiden könne zu verlassen ebenso so wie ein unter Wasser stehendes Haus oder eine schlechte Mahlzeit.
Nach Meinung von Dan Savage sollten heterosexuelle Menschen wütend werden wenn sie so ein Argument von einer heterosexuellen Person hören. (Quelle: The Advocate)

In dem Sinne, es gibt Dinge die sind wie sie sind und man hat keine Entscheidungsgewalt darüber.

Gebete helfen nicht gegen das Schwulsein…

…das hat eine Mutter viel zu spät erkannt, aber dann veränderte sie alles.

Akzeptiere mich so wie ich bin. – Ich werde keinen schwulen Sohn haben. – Dann hast du keinen Sohn, Mutter. – Dialog aus dem Film “Gebete für Bobby

In einem der vorigen Posts berichtete ich Euch ausführlicher von The Trevor Projekt, einer amerikanischen non-profit Organisation welche dort seit 13 Jahren die einzige 24 Std. Helpline für krisen- und suizidgefährdete jugendliche Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender unterhält.

Diese Organisation vergibt einmal im Jahr den Trevor Life Award und im vorletzten Jahr wurde damit Sigourney Weaver für ihre Rolle der Mary Griffith in dem Film Prayers for Bobbygeehrt, dessen Story auf einer wahren Geschichte beruht. Hier der Trailer zu dem mittlerweile auf DVD (deutsch/englisch) erhältlichen Fernsehfilm:

Prayers for Bobby („Gebete für Bobby“) ist ein amerikanischer Fernsehfilm über die wahre Geschichte von Bobby Griffith, einem jungen schwulen Mann, der aufgrund der religiösen Intoleranz seiner Mutter und seines Umfeldes Suizid begeht, sowie seiner Mutter Mary Griffith, die nicht verstehen kann, warum Gott ihren Sohn als nicht in den Himmel kommenden Sünder sterben ließ, aber letztendlich zur Schwulenaktivistin wird und gegen Intoleranz eintritt.

Die Erstausstrahlung erfolgte am 24. Januar 2009 auf dem US-amerikanischen Kabelsender Lifetime und wurde von 3,79 Millionen Zuschauern gesehen, einem Spitzenwert für das Kabelfernsehen. Als Vorlage diente das 1996 veröffentlichte Buch Prayers for Bobby: A Mother’s Coming to Terms with the Suicide of Her Gay Son von Leroy F. Aarons. Quelle: Wikipedia

Mary Griffith wird nachdem sie sich mit ihrem Sohn und der Tatsache das er schwul war sowie ihrem Verhältnis zur Kirche und ihrem Glauben auseinandergesetzt hat letztendlich so etwas wie eine Ikone der amerikanischen Organisation PFLAG (Parents, Families and Friends of Lesbians and Gays). Diese Organisation wurde vor fast 30 Jahren von Jeanne Manford gegründet die im TV sah, wie ihr Sohn bei einer Demonstration für schwul-lesbische Rechte eine Rolltreppe heruntergeschubst wurde und Beamte des New York City Police Departments welche daneben standen nichts unternahmen und nur zusahen.

Dieses Ereignis war der Auslöser, die eigentliche Idee zur Gründung von PFLAG kam Jeanne Manford als sie beim New Yorker CSD, dort heißt er allerdings mittlerweile Heritage of Pride, ihren Sohn begleitete und ein Schild trug mit der Aufschrift: “Parents of Gays: Unite in Support for Our Children”. Während und nach der Parade kamen viele Leute auf sie zu und beglückwünschten sie zu der Aktion, was sie wiederum dazu inspirierte eine Organisation wie PFLAG ins Leben zu rufen. Die Organisation hat derzeit rund 250.000 Mitglieder welche in 500 Verbänden in ganz Amerika organisiert sind.

Zurück zu Mary Griffith, “sie wird eine Befürworterin für die Rechte Homosexueller und hält unerwartet eine ergreifende Rede über ihre Erlebnisse vor dem Gemeinderat, zur Unterstützung eines örtlichen Christopher Street Days. Sie mahnt die Leute nachzudenken, bevor sie Amen zu Ignoranz und Hass sagen, denn “ein Kind hört mit.” Der Antrag wird trotzdem abgelehnt, deshalb machen sich Mary und ihre Familie mit einigen Mitgliedern von PFLAG nach San Francisco auf, um dort die Parade zum Christopher Street Day zu unterstützen. Sie bekommt den mittleren Platz hinter dem PFLAG-Transparent. Während der Parade fällt Mary ein Zuschauer auf: ein junger Mann, der Bobby ähnelt. Sie geht zu ihm, umarmt ihn und schließt dabei Frieden mit dem Tod ihres Sohnes – mit dem Schwur, sich für die Rechte der Lesben und Schwulen stark zu machen.” Quelle: Wikipedia

Zum Schluss des Films liest man, daß Mary Griffith am 6. Dezember 1995 eine Rede vor den Mitgliedern des Kongresses der Vereinigten Staaten hielt.

Ihre unermüdliche Arbeit, um die Rechte von schwulen und lesbischen Jugendlichen zu sichern, etablierte sie als eine starke Kraft im Kampf um Menschenrechte. Zum Schluss wird ihr Haupt-Zitat [1] eingeblendet, welches sie vor dem Gemeinderat ausgesprochen hat und welches noch verständlicher wird, wenn man zwei andere Aussagen hernimmt: “Die Pfarrer und die Kongregation sagten klar, dass Homosexuelle krank waren, pervertiert und verdammt für das ewige Fegefeuer. Und wenn sie das sagten, sagte ich Amen.” In seinem Tagebuch findet sich der Eintrag: “Ich habe [Familienmitglieder] belauscht. Sie haben gesagt sie hassen Schwule, und sogar Gott hasst Schwule. Schwule sind schlecht und Gott schickt schlechte Leute in die Hölle. Es ängstigt mich richtig wenn sie so reden, weil jetzt reden sie über mich.” Quelle: Wikipedia   [1] “Bevor Sie zu allem Amen sagen, daheim und in Kirchengemeinden, denken Sie nach. Denken Sie immer daran: Ein Kind hört zu.” – Mary Griffith

Sigourney Weaver spielte übrigens in der Rolle der Mary Griffith ihre erste Hauptrolle in einer Fernsehproduktion. Der Film Prayers for Bobby hat etliche renommierte Nominierungen und Auszeichnungen bekommen, wie u. a. den eingangs erwähnten Trevor Life Award und den GLAAD (Gay & Lesbian Alliance against Defamation) Media Award.
Was die Gründerin von PFLAG, Jeanne Manford, betrifft muss ich sagen das ich sehr beeindruckt bin was sie bewegt hat bzw. was daraus entstanden ist.
Bei Mary Griffith mit ihrem christlichen Hintergrund, welche ihre Kinder nach den konservativen Richtlinien des Presbyterianismus erzog, möchte ich die nicht belegte Redewendung “Vom Saulus zum Paulus” zitieren, die eine grundlegende Veränderung des Denkens und Handelns beschreibt durch ein Schlüsselerlebnis, in dem Fall durch den Verlust ihres Sohnes.
Leider zeigt die Geschichte der Mary Griffith auch das Menschen oftmals erst erkennen, verstehen und begreifen im Nachhinein nach einem Verlust, wie geartet dieser auch immer sein mag, oder wie ich zu sagen pflege, “Der Mensch weiß erst was er hat(te) bis er es verliert.”

In dem Sinne…

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